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Image Upscaling

Im Moment beschäftige ich mich zwischendurch immer wieder damit, die Texte, die ich aktuell drüben bei M42 veröffentliche, in ein Print-Layout zu gießen, um sie zum Einen als PDF bereitstellen zu können, aber vor allem, um einen kleinen Traum zu erfüllen: Alle meine kreativen Ergüsse aus dem Qtalk-Quotenspiel hübsch aufbereitet im gedruckten Buch.

Nur eine von vielen technischen Fragen, die sich dabei ergeben haben: Wie drucke ich die Serienlogos in ein Buch, die ich einstmals ja alle mit 420 mal 200 Pixel erstellt habe?

  • Drucken so wie sie sind. Bei 300 dpi ergibt das allerdings 36 mal 17 Millimeter – Briefmarken-Größe!
  • Beim Layouten auf gewünschte Größe aufziehen – das wird unschön pixelig oder verschmiert, gar nicht schön!
  • Logos neu machen – mal abgesehen vom Aufwand gibt es das verwendete Material oft gar nicht in besserer Auflösung
  • Image Upscaling durch AI-gestützte Verfahren

Bei letzterem war ich immer etwas skeptisch, weil viele Menschen es falsch verstehen: AI-Upscaling bringt mitnichten die Details eines höher aufgelösten Originals zurück, es rekonstruiert sie auf Basis ganz anderer Referenzbilder und kann damit völlig falsch liegen. Bei meinen Serienlogos gilt aber: Es ist ein bisschen Text mit Schmuckbild dahinter. Und ob die Details dort „wahrheitsgemäß“ auftauchen oder nicht, spielt keine Rolle. Es soll einfach schön scharf und knackig für den Druck sein und dem niedrig-aufgelösten Original treu sein.

Also: ran ans Werk, sechs Websites ausprobiert, die sowas anbieten. Mal mit, mal ohne Pflicht zum Registrieren, immer mit kostenfreiem Account (was bei manchen allerdings eine Bilderbegrenzung mitbringt, die mir für das Vorhaben später nicht ausreichen würde).

Sparrow & Nightingale in 420x200px

Dies ist das Logo meines Doctor-Who-Spinoffs „Sparrow & Nightingale“. Ich habe es mir als Referenzbild gewählt, weil es ein paar Eigenschaften vereint, die sich gut zum Testen eignen: Es ist ein Gesicht auf dem Bild, von mir gestalteter Text, der über das Motiv läuft, Text im Bildmaterial, geometrische Strukturen, scharfe Objekte, unscharfer Hintergrund. Sehen wir uns an, was verschiedene Upscaler daraus machen. Ich habe jeweils eine Verdopplung von Höhe und Breite durchführen lassen. Bei Icons8, Bigjpg und Image Upscaler ließ sich das nicht einstellen und die Bilder wurden jeweils mit Faktor 4 bearbeitet. Habe sie in Affinity Photo wieder runterskaliert, aber das sollte die Qualität nicht wesentlich beeinflusst haben.

Bilinear

Nur nochmal zum Vergleich: Das kommt heraus, wenn man das Bild mit einem beliebigen Grafikprogramm und bilinearem Algorithmus groß sieht. Verwaschen und (zum Beispiel am W) pixelig.

Smart Upscaler

Der Smart Upscaler von icons8.com vergrößert den goldenen Schrftzug richtig gut, die Konturen bleiben angenehm scharf, nur die Buchstaben vor dem Blau der Tür scheinen ein wenig ihre Umrandung zu verlieren. Der Rest leidet aber ganz schön ordentlich. Sally sieht wie eine Comicfigur aus, die Texttafel ist völlig überschärft und unleserlich. Kann mir vorstellen, dass das hier zum Vergrößern von Zeichnungen sehr gut taugt, für meinen Fall aber nicht.

Image Upscaler

Fortschritt zum Originalbild ist beim Image Upscaler zwar erkennbar, aber zu wenig und wird mit enorm vielen Fragmenten erkauft. Die Buchstaben sind mal unscharf, haben mal Treppchenmuster und Phantomlinien, die Texturen sind allesamt matschig. Das Bild insgesamt ist einfach nicht scharf, enttäuschend.

Bigjpg

Bigjpg.com bekommt die Schriften deutlich besser hin. Im Gegensatz zu Image Upscaler werden die Rundungen nicht mehr pixelig, auch die Texttafel links ist etwas lesbarer. Tardis und Sally sind aber weiterhin sehr unscharf, die Texturen ebenfalls und voller Fragmente. Immer noch unschön, aber es geht langsam aufwärts.

Let’s Enhance

Auf den ersten Blick schön knackig scharf was Let’s Enhance liefert, wenn auch etwas verrauscht, gehen hier auf den zweiten Blick sehr seltsame Dinge vor sich: Schärfe und Rauschen variiert in verschiedenen Bildteilen mit zuweilen richtig harten Übergängen – beim grünen Hintergrund ist das gut zu sehen. Die kleine Schrift hat es auch auf bizarre Weise völlig zerlegt. Am mysteriösesten finde ich das nahezu vollständige Verschwinden der auffälligen Holzmaserung direkt unter dem Fenster. Dafür hat dieser Algorithmus das beste Ergebnis für die Metallteile links geliefert.

Deep-Image

In Sachen Schärfe geht es bei Deep-Image einen kleinen Schritt zurück, dafür mit deutlich weniger Rauschen. An einigen Stellen fällt es noch auf, etwa links an Sallys Haar oder am Schriftzug. Insgesamt ein gutes Ergebnis.

A.I. Image Enlarger

Ein bisschen unschärfer in den Konturen aber ohne dabei verwischt zu wirken ist das Ergebnis vom A.I. Image Enhancer (der sich nicht entscheiden kann, ob er nun einen oder zwei Punkte in seinem Logo hat). Positiver Effekt ist die gute Lesbarkeit der Texttafel und die saubere dominante Wiedergabe des Schriftzugs.

Vance AI

Ohne Zweifel mein Favorit. Vor allem Sally Sparrow wirkt gestochen scharf. Was für eine Textur der Vance AI Image Enhancer aus den Haaren herausholt ist der Wahnsinn! Nur zwei Details fallen als verbesserungswürdig auf: Die Texttafel haben andere Verfahren lesbarer hinbekommen. Und ganz seltsam: Die obere horizontale Kante des Querbalkens unter dem Fenster hängt durch. Das ist in keinem der anderen Bilder vorgekommen und auch das Originalbild liefert keine Anzeichen dafür.

Fazit: Ohne Schwachstellen ist keines der Verfahren, aber die Qualität von Vance AI ist schon hervorragend und mehr als ausreichend für mein Vorhaben. Dort ist es abgesehen von der Texttafel mit bloßem Auge unmöglich zu erkennen, dass das Bild hochskaliert wurde. Dafür ist die kostenfreie Nutzung aber auch auf 5 Bilder im Monat beschränkt, ansonsten werden zehn Dollar fällig.

Veröffentlicht in Projekte Tech & AI

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